Engagierte Grünpflege der Kommunalen Betriebe

Quelle: https://www.langen.de/de/aktuelles-aus-dem-rathaus/engagierte-gruenpflege-der-kommunalen-betriebe.html

Linden in der Bahnstraße

Die Kommunalen Betriebe (KBL) kümmern sich mit Sorgfalt und Herzblut um das städtische Grün. Von „überall sterbenden Bäumen“ wie die Langener Grünen laut einer Presseveröffentlichung behaupten, kann nach den Worten von KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski keine Rede sein. Der Klimawandel habe seine Auswirkungen auch in Langen und die Bäume würden tatsächlich in Mitleidenschaft gezogen. „Aber das kaum noch ein Baum gesund ist, stimmt ganz einfach nicht“, redete Pusdrowski Klartext.

„Falsch ist auch die Unterstellung, dass die Mitarbeiter bei KBL ihre Aufgaben völlig vernachlässigen würden. Über diese Formulierung habe ich mich geärgert, weil sie ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter ist, die solche pauschalen und auf Unkenntnis beruhenden Vorwürfe nicht verdient haben. Diesen Behauptungen muss ich klar widersprechen“, betonte der Betriebsleiter.

Alle Bäume an Straßen und in Parkanlagen im Stadtgebiet listen die Kommunalen Betriebe akribisch in einem Kataster auf. Aktuell sind darin genau 2.577 Exemplare enthalten – von Erlen über Linden, Eichen, Esskastanien, Robinien und Eschen bis zu Birken und Platanen. Einmal im Jahr prüft ein Sachverständigenbüro ihren Zustand. Im vorigen Jahr wurden an knapp 120 Exemplaren Beeinträchtigungen festgestellt. Vor allem ging es darum, dass abgestorbene Äste aus Sicherheitsgründen entfernt werden mussten. Lediglich 18 Bäume waren nicht mehr zu retten. Die Ursachen: Sturmschäden, Trockenheit und Schädlingsbefall.

„Wir betreiben innerhalb des finanziellen Rahmens, den uns die Stadtverordnetenversammlung vorgibt, eine engagierte Grünpflege, die unter anderem Mäharbeiten, den Gehölzschnitt und die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners umfasst“, informierte Pusdrowski. Er wies zugleich darauf hin, dass der entsprechende Etat dafür bei den Haushaltsplanberatungen Ende vergangenen Jahres um 55.000 Euro auf gut 700.000 Euro reduziert worden sei. Beantragt hatte das die FWG-NEV. Im Haupt-und Finanzausschuss hatten die Grünen noch dagegen gestimmt. Bei der entscheidenden Beschlussfassung in der Stadtverordnetenversammlung enthielten sie sich nur noch, genauso wie die Linke, während die übrigen Fraktionen dafür votierten und somit die Kürzung beschlossen. „Natürlich könnten wir bei der Grünpflege noch mehr tun. Aber dafür fehlen uns in Zeiten knapper Kassen die finanziellen Mittel, die uns die Stadtverordnetenversammlung zur Verfügung stellt“, erklärte der KBL-Chef.

Zurück zu den Fakten: Nach ihrer Pflanzung werden städtische Bäume drei Jahre lang regelmäßig gegossen. Danach müssen sie sich selber versorgen, was in der Vergangenheit eigentlich immer gut geklappt hat. Möglicherweise wird sich das durch den Klimawandel ändern, der vor dem Stadtgrün genauso wenig halt macht wie vor den privaten Gärten und dem Forst.

Wieder in die regelmäßige Bewässerung aufgenommen wurden in diesem Jahr aufgrund der Trockenheit und zum Schutz gegen die Rußrindenkrankheit die Ahorn-Bäume an der Mörfelder Landstraße und an der Berliner Allee. Außerdem laufen im Freizeit- und Familienbad und im Strandbad am Waldsee gerade Tests mit nachhaltigen Bewässerungsmethoden. Dabei werden Wassersäcke an die Bäume befestigt, die die Feuchtigkeit zeitversetzt abgeben und eine geringere Wasserverdunstung gewährleisten. Das Gießen sämtlicher Bäume im Stadtgebiet bei weiterhin anhaltender Dürre ist nach den Worten von Erstem Stadtrat Stefan Löbig aber leider nicht leistbar – „schon gar nicht mit den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln“. Es sei daher nicht auszuschließen, dass es zum Verlust von Bäumen durch die Trockenheit komme. Dagegen könnten jedoch alle etwas tun, indem sie dem Grün an ihrer Straße bei ausbleibendem Regen mit der Gießkanne und dem Wasserschlauch helfen, appellierte Löbig.

Die von der Stadtverordnetenversammlung vorgenommene Ausgabenkürzung hat laut Erstem Stadtrat nicht zu Abstrichen bei der Baumpflege geführt. Eingespart werden müsse vielmehr die Wechselbepflanzung der Beete an der Bahnstraße. Zudem würden im Stadtgebiet keine Blumenzwiebeln mehr gesetzt und wegen des fehlenden Geldes keine Straßenbäume nachgepflanzt, die mehr denn je gut fürs Klima seien. Die Stadt beauftrage KBL allerdings weiterhin, die abgeblühten Pflanzen in den Beeten und auch das Unkraut zu beseitigen.

Die von den Grünen als Negativbeispiel ins Feld geführten Bäume auf dem Park-and-ride-Platz westlich der Bahn sind nach Angaben der Kommunalen Betriebe bei der jährlichen Baumkontrolle vom Sachverständigenbüro offenbar nicht berücksichtigt worden. „Die gezeigten Fotos sollen erschrecken und schlimme Zustände suggerieren. Aber sie vermitteln wie die anderen alarmistischen Behauptungen der Pressemitteilung einen falschen Eindruck“, sagte Pusdrowski. Es handele sich um maximal zehn Eichen und Ahornbäume, an denen noch Schilfmatten als Wetterschutz mit Drahtschlingen befestigt seien. „Sie werden jetzt umgehend entfernt“, sagte der KBL-Chef. Zugleich gab er Entwarnung: „Wir haben uns das sofort angeschaut und festgestellt, dass die Bäume keine Schäden erlitten haben. Sie sind vital und werden überleben.“

Die Kommunalen Betriebe seien im Übrigen dankbar über Hinweise aus der Bevölkerung, wenn es um offensichtliche Mängel gehe. Dafür gebe es den Bürgermelder, der über das Internet (www.langen.de) und die Stella-App der Stadtwerke rund um die Uhr zur Verfügung stehe. Pusdrowski bedauerte, dass sich die in dem Presseartikel zitierte Fraktionssprecherin der Grünen, Martina Dröll, nicht vorher bei KBL oder der Stadt über die Sachverhalte informiert hat. „Sie hätte dazu jederzeit die Gelegenheit gehabt, zum Beispiel in der Betriebskommission, der sie ja angehört.“

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